Am 2. Juli 2006 feiert die Freiwillige Feuerwehr Lellig ihr hundertjähriges Bestehen. Dieses Jubiläum nahm die dynamische Wehr zum Anlass, um am kommenden 25. Juni in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen eine Zeitreise durch das schmucke Dörfchen Lellig zu unternehmen. Wohin führt den Besucher diese Reise am letzten Junisonntag?

Nun, die Organisatoren des Festes bieten ihm die Möglichkeit, ab Mittag alle wichtigen Epochen des Ortes aus dem vergangenen Jahrhundert nachzuempfinden oder neu zu erleben. In der Tat, er kann das Dorf erwandern und eintauchen in die Atmosphäre stilvoll restaurierter Bauernhöfe. Hierbei mag er in den Innenhöfen und Scheunen historische Traktoren, Maschinen und Oldtimer in Augenschein nehmen. Ebenso kann er den geschickten Vorführungen der Handwerker zusehen, die früher zahlreich ihren Beruf im Ort ausübten.

Lellig war jedoch nicht allein ein Bauern- und Handwerkerdorf. Fast in Vergessenheit geraten ist der Weinbau. Über zwanzig Winzer zählte der lokale Winzerverein in den ersten Dekaden des 19. Jh.; Mitte der Fünfziger wurden die letzten Trauben gelesen. Wie es hierzu kam, erfährt am Festtag derjenige Gast, der sich für eine Reise mit dem Jahrhundert-Express entscheidet. Es werden die ehemaligen steilen Weinhänge oberhalb der schroffen, z. T. überhängenden Felswände des Syrtals besichtigt. Der alte Wingert gehört zum Naturschutzgebiet „Manternacher Fiels“, das vielfältige Wandermöglichkeiten mit kulturhistorischen Bauwerken bietet. Neben der ehemals so wichtigen Obstproduktion kann sich der Fahrgast auf dieser Tour auch von der Umgestaltung der Landschaft seit der Flurbereinigung überzeugen; außerdem wird er das Nebeneinander von intensiver und extensiver Landwirtschaft begutachten können.

Doch nicht nur wirtschaftliche Aspekte finden auf der Zeitreise Beachtung; auch die soziale und kulturelle Ebene kommt zum Ausdruck. Bildprojektionen zeigen Einwohner aus zehn Jahrzehnten, eine Sonderausstellung in der Kirche behandelt die Geschichte dieses Sakralbaus in all seinen Facetten; die Besichtigung der Ausgrabungsstätten von 1972 bringt dem interessierten Besucher einen Teil einer römischen Gräberstraße aus den ersten Jahrhunderten n. Chr. nahe; nicht zuletzt gewährt eine weitere Ausstellung einen Einblick in das kreative Schaffen der Hobby-Künstler. Führungen durch den alten Dorfkern runden das Angebot ab. Ein Spezialprogramm bindet aktiv die Kinder in den Tagesablauf ein, die so die Dorfgeschichte auf besondere Weise nach- und „erspielen“ können. Musikgruppen aus Herborn und Berburg/Bech beleben die Gassen des Ortes mit bunten Klängen; die „Keeldallbléiser“ spielen gegen Abend zum Tanz in einer großen Dorfscheune auf. Dass bei dieser Vielfalt an Aktivitäten das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, versteht sich von selbst; originell ist vielmehr, dass der Gast in alten Innenhöfen seinen Hunger mit Produkten vom heimischen Bauernhof stillen kann. Letztendlich wird das hohe Interesse der Dorfbewohner am Sport durch die abendlichen Liveübertragungen auf einer Großleinwand dokumentiert (WM und Formel 1); hier gilt es zu erwähnen, dass lange vor dem Bestehen der heutigen Kegel- und Turnvereine der FC Racing Lellig zwischen den beiden Weltkriegen in der Ligue Ardennaise um Punkte kämpfte.

Ihr hundertjähriges Wiegenfest feiert die Wehr am darauf folgenden Sonntag anlässlich des Kantonaltags; ab 14.30 Uhr stehen u.a. die Fahnenweihe – auch diejenige der Jugendwehr der Gemeinde Manternach –, ein großer Umzug, Rettungsübungen und ein Galakonzert der „Hierber Musek“ auf dem Programm.

Die Dorfgeschichte und die aufgezählten Feste werden in einem Jahrhundertbuch beschrieben. Dieses Werk bietet die Besonderheit einer ausführlichen, chronologischen Schilderung der Dorfereignisse in romanähnlicher Form mit über 500 Fotos und Dokumenten (Bestellung mittels Überweisung von 70 € auf das Konto DEXIA-BIL: LU49 0028 1190 7347 1600). Abschließend sei darauf hingewiesen, dass Lellig am 25. Juni 2006 verkehrsberuhigt ist, wobei an den Ortseingängen ausreichend Gratisparkplätze zur Verfügung stehen.